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Geschichte

Alte Schriften und Chroniken berichten oft von großen Feuersbrünsten und anderen Katastrophen aus der damaligen Zeit. Vieles ist uns aus dem Mittelalter überliefert worden. Die engen, winkligen Gassen der alten Städte, der oft fahrlässige Umgang mit offenem Licht und Herdfeuer, Stroh- und Schindeldächer und ungünstiger Wind, und bald lagen ganze Städte in Rauch und Asche.
Auch in Ballenstedt kam es 1498 zu so einem verheerenden Feuer, wobei fast die gesamte Altstadt vernichtet wurde.
Neben alten Sitten und Bräuchen, die das Feuer verhindern sollten, gab es in den einzelnen Städten auch erste Feuerverordnungen.
Ab 1555 fand regelmäßig eine Feuerschau in den Häusern statt, um Fehler festzustellen, die zu einem Brand führen könnten. Der Rat des Ortes bewahrte Leitern, Haken, Stricke und lederne bzw. hanfene Eimer auf, die bei Bedarf ausgegeben wurden.
Das Löschwasser wurde aus Brunnen und den überall angelegten Feuerteichen genommen. Ballenstedt hatte früher in fast allen Straßen Brunnen.
Das erste Ballenstedter Spritzenhaus befand sich damals hinter dem heutigen Rathaus. Es war ein kleiner Schuppen mit Ziegeldach, in dem zwei Feuerspritzen standen. Eine davon war eine fahrbare, vierrädrig und mit doppeltem Druckwerk ausgestattete Spritze und die zweite Spritze war eine kleine Tragespritze. Beide wurden 1713 von Kunstmeister Thiele (Zimmermann in Ballenstedt) erbaut.
Wenige Jahre später wurde ein zweites Spritzenhaus in der Kügelgenstraße eingerichtet.
Obwohl sich beherzte Männer zusammenschlossen, um uneigennützig ihre Mitbürger zu retten und zu schützen, geschah dies aber oft unüberlegt und fahrlässig. Es war notwendig, mit Überlegung und Übersicht an die Brandbekämpfung heranzugehen. Zur Förderung der Ausbildung wurde auf dem ersten deutschen Feuerwehrtag am 08. September 1854 der Deutsche Feuerwehrverband gegründet.
Auch in Ballenstedt wurde die Notwendigkeit erkannt, eine örtliche Feuerwehr ins Leben zu rufen. So nahm man sich die am 17. November 1865 gegründete Köthener „Turnerfeuerwehr“ zum Vorbild.
Man besorgte sich je ein Exemplar der Feuerwehrgesetze von Köthen und Dessau und informierte sich über Organisation, Bekleidung und Ausrüstung solcher Wehren.
Am 14. März 1866 erließ der Vorstand des Männer-Turnverein Ballenstedt einen Aufruf, dem 50 Ballenstedter Bürger folgten und sich bereit erklärten, der Freiwilligen Feuerwehr beizutreten.
Ein Ausschuss, bestehend aus Rechtsanwalt Dr. H. Schulze, Maurermeister A. Banse, Zimmermeister C. Franke und Tierarzt H. Hanisch, erarbeitete die 1.Satzung der Ballenstedter Freiwilligen Feuerwehr und legte sie am 19. März 1866 dem Kreisdirektor von Krosnigk vor.

Um die erforderlichen Ausrüstungsgegenstände anschaffen zu können, wurde ein Gesuch an die herzogliche hochlöbliche Regierung, Abteilung des Inneren in Dessau, gerichtet, welche eine Unterstützung in Höhe von 100 Talern zusagte. Auch der Ballenstedter Gemeinderat unterstützte das Vorhaben mit 90 Talern.
Jetzt konnten von der Firma O. Faber in Leipzig die ersten Ausrüstungsgegenstände beschafft werden, welche auch umgehend geliefert wurden.
Nachdem bei der am 25. Mai 1866 abgehaltenen Versammlung im Turnlokal die Führungskompetenzen beschlossen waren, wurde am 01. Juni 1866 durch Bürgermeister Trolldenier die Freiwillige Feuerwehr Ballenstedt, welches zu diesem Zeitpunkt die erste Feuerwehr im damaligen Landkreis Ballenstedt war, gegründet.
Auf Veranlassung des Dr. H. Schulze wurde am 13. April 1868 der Grund zum 1.Steigerturm gelegt. Der Erbauer war Zimmermeister Arndt. Im Laufe der ersten 50 Jahre des Bestehens hatte die Feuerwehr, soweit zu ermitteln war, 36 Brände zu bekämpfen, darunter einige Großfeuer.
Von 1866 bis 1885 brachte die Gemeinde Ballenstedt durchschnittlich jedes Jahr 682,71 Mark für das Feuerlöschwesen auf.

Mit den Jahren wurde der alte Steigerturm baufällig, und so musste 1902 ein neuer Turm errichtet werden. Anstatt des alten Holzturmes wurde ein Eisengerüst aufgebaut.
Während die Alarmierung in den ersten Jahren durch Signal und Nebelhörner erfolgte, wurden nach 1905 12 elektrische Melde- und Alarmstellen in der Stadt eingerichtet, außerdem wurden auf der Post und dem Rathaus jeweils ein großer Motorwecker angebracht.
Um 1920 bestand die Freiwillige Feuerwehr aus zwei Spritzenzügen, zwei Hydrantenzügen und einem Steigerzug. Die Spritzenzüge waren ausgerüstet mit zwei Handdruckspritzen für Pferdespannung und Mannschaftszug. Eine Überlandspritze konnte nur durch Pferde gezogen werden. Sie wurde nur benutzt, wenn es außerhalb brannte. Die Hydrantenzüge bestanden aus je einem Hydrantenwagen, versehen mit Standrohr, Standrohrschlüssel und C-Schläuchen. Zum Steigerzug gehörte ein Kastenwagen, versehen mit Schippe, Spaten, sonstigem Handwerkszeug sowie Hakenleitern.

Um 1925/26 wurde die erste Motorspritze von der Stadtverwaltung gekauft. Es handelte sich dabei um einen zweirädrigen Wagen mit einer fest eingebauten Pumpe. Dieser wurde durch Mannschaftszug bzw. Kraftfahrzeug gezogen. Die Pumpe förderte als Höchstleistung 1.200 l Wasser in der Minute. Eine weitere Anschaffung aus dieser Zeit war eine 15 Meter lange mechanische Leiter.
1930/31 wurde das erste offene Mannschaftsfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr übergeben.
1933 wurde das gesamte Feuerlöschwesen durch die Machtübernahme der Nationalsozialisten in die Kriegsvorbereitung einbezogen. Schon im Dezember 1933 wurde durch die „Preußischen Feuerlöschgesetze“ eine Vereinheitlichung der Feuerwehren erreicht. Die Wehren unterstanden fortan dem Bürgermeister (als Ortspolizeibehörde) und wurden damit endgültig in den NS-Staat eingegliedert.
1934/35 wurde das erste Löschfahrzeug mit einschiebbarer Tragkraftspritze gekauft.
1937 wurde das Feuerwehrdepot in der damaligen Friedrichstraße (heute Bebelstraße) erbaut. Außerdem wurden zwei Kameraden zur Instandhaltung der Geräte als Berufsfeuerwehrmänner eingestellt. Mit dem „Gesetz über das Feuerlöschwesen“ vom 23. November 1938 wurde die wachsende Bedeutung des Löschwesens, vor allem für den „Luftschutz“ gefestigt. Damit wurde die gesamte Freiwillige Feuerwehr nach dem „Führerprinzip“ straff organisiert und unter staatlicher Aufsicht geleitet.
Von 1939 bis 1954 gab es in Ballenstedt ebenfalls eine Berufsfeuerwehr.
Mit der „Dritten Durchführungsverordnung zum Gesetz des Feuerlöschwesens“ vom 24. November 1939 wurde die gesamte Organisation unter Kriegsbedingungen neu geregelt. Die Feuerwehr wurde eine „technische Hilfspolizeitruppe“. Sie hatte neben der Schadensfeuerabwehr auch Aufgaben im Luftschutz durchzuführen. Immer mehr wehrfähige Männer wurden zur Wehrmacht einberufen.
Für die Ballenstedter Wehr kam während des Krieges 1940 noch ein S3 (Schlauchwagen), ein Lieferwagen vom Typ Framo und das erste LF15 Klöckner-Deutz dazu.
Die Wehr bestand nach 1941 fast nur noch aus Männern um die 50 und älter. Man begann eine „Hitlerjugend-Feuerwehrschar“ aufzustellen. Die Jugend-Löschgruppe von ca. 30 Mann (14 bis 17 Jahre) und eine weibliche Löschgruppe von 25 Mädchen wurden bei Fliegeralarm und ähnlichen Kriegseinsätzen alarmbereit gehalten.
1949 wurde die Freiwillige Feuerwehr in eine Berufs–Feuerwehr (Kommando Feuerwehr – Ballenstedt) umgestaltet. Sie existierte unter der Leitung des Kreiswehrführers Arthur Elze aus Ballenstedt bis zum Juli 1955 und hatte 21 Mitglieder. In erster Linie diente sie dem vorbeugenden Brandschutz und führte u. a. Kontrollen in Wohnhäusern und Betrieben durch.
Mit Wirkung vom 01. Januar 1950 wurde die Feuerwehr von der Volkspolizei übernommen. Unter Kamerad Bremers Leitung wurde versucht, ein Ausbildungskommando aufzubauen. Im Mai des gleichen Jahres kam die Verfügung, dass Ballenstedt 24 Mann aufstellen solle. Der Plan zerschlug sich. In dieser Zeit trat ein vorübergehender Stillstand in der Organisation ein. Vor allem fehlte es an der Ausbildung des Nachwuchses.

Ab 15. Juli 1955 übernahm nach Auflösung der Berufsfeuerwehr wieder die Freiwillige Feuerwehr alle Aufgaben, welche dann im Jahr 1956 von der Stadt Ballenstedt übernommen wurde.
Die Alarmierung der Kameraden erfolgte zu diese Zeit ausschließlich durch drei Sirenen, die sich in der Bebelstraße, im Gummiwerk und im Elektrizitätswerk befanden.
Eine Frauenlöschgruppe, bestehend aus 12 Mädchen, wurde 1969 gegründet. In diesem Jahr 1969 wurde die Ballenstedter Wehr mit der Leistungsstufe I und 1979 für vorbildliche Dienstdurchführung, erhöhte Wachsamkeit und Einsatzbereitschaft mit dem Titel „Vorbildliche Freiwillige Feuerwehr“ ausgezeichnet. 1982 bekam die Wehr ein fabrikneues LF 16/W50 und 1987 stationierte die Bezirksbehörde der Feuerwehr Halle als Auszeichnung in Ballenstedt ein neues Tanklöschfahrzeug TLF 16/W50.

Das „Jahr der Wende“ 1990 erforderte auch für die Freiwillige Feuerwehr Ballenstedt viel Neues in Organisation und Struktur der Arbeit. Hier erwies sich der Erfahrungsaustausch mit der Partnerstadt Kronberg als anregungsvoll und hilfreich für die Arbeit unter neuen gesellschaftlichen Verhältnissen.
Wertvoll war auch die materielle Hilfe. So erhielt die Ballenstedter Wehr von Kronberg ein Tanklöschfahrzeug.
Im 2. Halbjahr 1991 wurde der neue Garagenkomplex für 160.000 DM an der Nordseite des Feuerwehrdepots gebaut. Hier wurden zwei Garagen für große Löschfahrzeuge und zwei Garagen für kleinere Fahrzeuge geschaffen. Im Oktober des gleichen Jahres erhielt Ballenstedt im Rahmen des Katastrophenschutzes ein neues Löschfahrzeug vom Typ LF-16 mit Vorbaupumpe auf Mercedes.
Im November 1993 kaufte die Stadt einen Rüstwagen RW-1 mit Winde (5t), einem 12,5kW Stromaggregat, einem eingebauten Lichtmast und vielen Geräten für den technischen Einsatz.
1995 wurden 22 neue Pressluftatmer auf Überdruckbasis und eine Gefahrengutausrüstung neu angeschafft.
Im Jahr 1996 konnte mit der Unterstützung von Sponsoren eine gebrauchte Drehleiter gekauft werden. Endlich stand auch der Wehr in Ballenstedt (als zweite Stadt des Landkreises Quedlinburg) ein Hubrettungsfahrzeug zur Verfügung.

Durch die Eingemeindung der Gemeinde Badeborn in die Stadt Ballenstedt war auch eine Neustrukturierung der Feuerwehr notwendig. So musste 2002 ein Stadtwehrleiter, dem die Ortswehren Ballenstedt, Opperode und Badeborn unterstellt sind, gewählt werden.
Im Dezember 2003 konnte durch den Bürgermeister gleich zwei neue Großlöschfahrzeuge übergeben werden. Ein LF16 auf Mercedes und ein TLF auf Iveco, diese Fahrzeuge ersetzen drei Löschfahrzeuge W50.
Im Herbst 2005 musste die Ballenstedter Drehleiter außer Dienst gestellt werden, da der Leiterpark keine Betriebserlaubnis mehr bekommen hatte. Eine Instandsetzung des 35 Jahre alten Fahrzeuges kam aus technischen Gründen nicht mehr in Frage. Da Ballenstedt als Feuerwehr mit Schwerpunktstatus ein Hubrettungsfahrzeug vorweisen muss, war eine Ersatzbeschaffung unumgänglich. Nachdem sich der Stadtrat der Stadt mit diesem Problem beschäftigt hatte, konnte schon im November mit der Firma Metz ein Vertrag über eine komplett neu überholte DLK 23/12 unterschrieben werden. Bis zur Auslieferung des Fahrzeuges Ende April 2006 wurde durch die Firma Metz ein Leihfahrzeug kostenlos zur Verfügung gestellt.